Mittwoch, 17 Juli 2024 11:52

Dresden und die Elblandschaft. Ein Führer für Kunstliebhaber

Dresden und die Elblandschaft. Dresden und die Elblandschaft. Pixabay

Eines der bekanntesten Museen in Dresden ist die Gemäldegalerie Alte Meister im barocken Zwingerpalast. Jedes Jahr besuchen fast eine halbe Million Touristen diesen Ort, um sich an den Werken von Raffael, Tizian, Rubens, van Eyck, Rembrandt und vielen anderen großartigen Künstlern zu erfreuen.

 

Das Prunkstück der Sammlung ist die Sixtinische Madonna, aber bei einem Besuch sollte man auch auf das geheimnisvolle Gemälde von Giorgione achten, das die schlafende Venus zeigt, die harmonische Briefleserin von Vermeer sowie das charmante Schokoladenmädchen von Liotard.

Neben dem Schokoladenmädchen hängt ein geheimnisvolles Porträt eines Mannes in türkischer Kleidung – interessant ist, dass es sich um das Selbstbildnis des Künstlers handelt. Auch die Gemälde von Rembrandt, darunter das berühmte Selbstporträt mit Saskia, ziehen die Blicke auf sich.

Die Residenz der Wettiner und das Grüne Gewölbe

Nach dem Besuch im Zwinger lohnt es sich, die nahegelegene Residenz der Wettiner zu besichtigen. Im November 2019 geriet die Residenz in die Schlagzeilen, als durch einen spektakulären Diebstahl Juwelen aus der Königlichen Schatzkammer entwendet wurden. Im Mai 2023 wurde das Urteil in diesem Fall gefällt; die verurteilten Männer gehörten einer organisierten Berliner Verbrecherbande an. Leider konnten bis heute nicht alle gestohlenen Gegenstände wiedergefunden werden.

Dennoch sollten Touristen nicht auf einen Besuch im Grünen Gewölbe verzichten, denn das Museum in der Dresdner Residenz bietet nach wie vor eine beeindruckende Sammlung von Juwelen, die von August dem Starken zusammengetragen wurden, darunter der berühmte Dresdner Grüne Diamant – der größte seiner Art weltweit. Beeindruckend sind auch Exponate wie ein goldenes Kaffeegeschirr und zahlreiche Werke aus Elfenbein und Bernstein.

Das Museum ist in zwei Teile unterteilt – das Neue und das Historische Grüne Gewölbe. Beim Kauf von Eintrittskarten sollte man daran denken, dass der Zugang zum historischen Teil begrenzt ist. Es wird empfohlen, die Tickets online zu reservieren. Beim Verlassen der Residenz der Wettiner sollte man unbedingt auf eine der Wände (an der Augustusstraße) achten, denn dort befindet sich das beeindruckende Wandbild Fürstenzug.

Fürstenzug – das imposante Wandbild

Dies ist eines der wenigen Denkmäler in der Dresdner Altstadt, die die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs unbeschadet überstanden haben. Es lohnt sich, das Wandbild genauer zu betrachten und die Porträts der beiden polnischen Herrscher August III. und August II. zu finden. Dieses Werk wurde geschaffen, um das 800-jährige Jubiläum der Herrschaft der Wettiner in Sachsen zu feiern. Ein solches Ereignis verlangte nach einem beeindruckenden Projekt – der Fürstenzug misst über 100 Meter und besteht aus etwa 23.000 Meißner Porzellanfliesen, was ihn zum größten Wandbild dieser Art macht. Sein Schöpfer ist Wilhelm Walther, ein Absolvent der Kunstakademie Dresden.

Albertinum und Caspar David Friedrich

Von der Residenz der Wettiner ist es nur ein kurzer Weg zum Albertinum, der Galerie Neue Meister. Besucher werden hier von der umfangreichen Sammlung der Werke des berühmtesten deutschen Malers der Romantik, Caspar David Friedrich, angezogen. Der Künstler war eng mit der Stadt verbunden, lehrte an der dortigen Kunstakademie und lebte über vierzig Jahre in der sächsischen Hauptstadt. An diese Verbindung erinnern zahlreiche Werke, in denen Friedrich die umliegenden Landschaften sowie die Stadt selbst festhielt.

In der Sammlung des Albertinum befindet sich unter anderem sein Gemälde „Friedhofstor“, dessen Tor an das auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden erinnert, wo der Künstler 1840 begraben wurde.

Jubiläumsausstellung Caspar David Friedrich

Im Jahr 2024 wird der 250. Geburtstag des Malers gefeiert. Dies ist eine großartige Gelegenheit, sich eingehender mit dem Werk des deutschen Meisters der Landschaftsmalerei zu beschäftigen, zumal am 24. August 2024 im Albertinum eine Sonderausstellung mit dem Titel „Caspar David Friedrich. Wo alles begann“ eröffnet wird. Für die Ausstellung sollen die berühmtesten Gemälde Friedrichs aus anderen europäischen Museen ausgeliehen werden, darunter aus dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid und dem Belvedere in Wien. Die Besucher können die Ausstellung bis zum 5. Januar 2025 besichtigen.

Anschließend werden die meisten Werke wahrscheinlich nach New York gebracht, da das Metropolitan Museum eine Retrospektive des Künstlers plant. Die Ausstellung „Caspar David Friedrich. Wo alles begann“ ist eines von vielen Ereignissen, die diesem außergewöhnlichen Künstler und dem deutschen Romantismus im Jubiläumsjahr in Dresden gewidmet sind. Alle Informationen über die geplanten Veranstaltungen sind auf einer speziellen Webseite zu finden.

Werke der Künstlergruppe Die Brücke im Albertinum

Das Albertinum konzentriert sich nicht nur auf Friedrichs Werke. Besucher haben auch die Möglichkeit, sich mit den Werken der Künstler der berühmten Dresdner Gruppe „Die Brücke“ auseinanderzusetzen, die eine Schlüsselrolle in der Entwicklung des Expressionismus spielte. Die Gruppe wurde 1905 gegründet und vereinte Künstler, die neue Ausdrucksformen suchten. Der Name symbolisierte den Wunsch, eine Brücke zwischen der Gegenwart und der Kunst der Zukunft zu schlagen. Zu den bekanntesten Mitgliedern gehörten Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde und Max Pechstein. Der Gründer der Gruppe war Karl Schmidt-Rottluff, dessen Werke ebenfalls in diesem Museum zu sehen sind.

Quelle: /the-source-co.de/ Informationen und Veranstaltungen aus Dresden