Montag, 01 September 2025 19:17

Schachderby der Senioren vor dem Aus?

Spieler bangen um das Senioren-Derby Spieler bangen um das Senioren-Derby Pixabay/Foto illustrativ

Ein traditionsreiches Turnier steht auf der Kippe. Seit 2002 findet das sogenannte Senioren-Derby in der Lüneburger Heide statt. Es richtet sich an Spielerinnen und Spieler, die im jeweiligen Jahr 60 Jahre alt werden. Nun steht die Veranstaltung vor einer ungewissen Zukunft.

Inhaltsverzeichnis:

Klaus Gohde und die Anfänge

Das Format wurde vom Seniorenreferenten Klaus Gohde begründet. Er schrieb jedes Jahr zwischen 1100 und 1300 Schachfreunde an, die ihren 60. Geburtstag feierten. Daraus ergaben sich bis zu 69 Startplätze. Das Derby entwickelte sich zu einer festen Größe im Seniorenschach. Freundschaften entstanden, und für viele war es das erste große Turnier nach dem Renteneintritt.

Nach dem Tod von Gohde im Jahr 2018 änderte sich die Situation. Die persönliche Ansprache entfiel. Datenschutzregeln erschwerten die Kontaktaufnahme. Die Teilnehmerzahlen brachen ein. Im vergangenen Jahr nahmen nur 8 Spielerinnen und Spieler teil.

Martin Sebastian und der Förderkreis

Martin Sebastian, Präsident des Förderkreises der Senioren, erinnert sich an die aufwendige Organisation früherer Jahre. Er betont, dass das Derby seine Strahlkraft verloren hat. Der Aufwand sei inzwischen kaum noch zu rechtfertigen. Zudem verschiebt sich das Eintrittsalter in die Rente auf 67 Jahre, was die Ansprache neuer Jahrgänge komplizierter macht.

Der Förderkreis hat das Turnier an den Deutschen Schachbund zurückgegeben. Parallel setzt man nun auf ein Nestorenturnier im Undeloher Hof vom 17. bis 25. März. Sebastian macht jedoch klar, dass es sich dabei nicht um einen Ersatz handelt. Bei ausreichender Beteiligung könne man das Derby weiterführen.

Henning Geibel und die Diskussion

Henning Geibel, eine bekannte Stimme in der Seniorenszene, sprach sich für den Erhalt des Derbys aus. Seine Mahnung erhielt viel Zustimmung. Dennoch bleibt die Frage, ob alle Beteiligten gemeinsam eine Lösung finden.

Wolfgang Cleve-Prinz, Seniorenreferent im Deutschen Schachbund, kritisiert die Vorgehensweise des Förderkreises. Er bemängelt, dass die Entscheidung ohne vorherige Abstimmung getroffen wurde. Gleichzeitig hält er den Aufwand für zu groß, wenn nur eine Handvoll Spieler teilnimmt. Eine Integration des Derbys in bestehende Turniere mit den Gruppen 50+, 65+, 75+ und 90+ wäre für ihn eine mögliche Lösung gewesen.

Zukunft der Veranstaltung

Ob das Derby weiterbesteht, ist offen. Klar ist, dass ohne eine höhere Beteiligung das Format kaum überleben kann. Angesprochen ist nun der Jahrgang 1966.

Interessierte können sich direkt beim DSB-Seniorenreferat anmelden.

  • Gesucht sind Spielerinnen und Spieler ab 60 Jahren
  • Der Austragungsort bleibt die Lüneburger Heide
  • Eine Teilnahme ist nur bei ausreichender Zahl lohnend

Sollten sich nicht genügend Anmeldungen finden, droht dem einst beliebten Derby das Aus.

Quelle: DEUTSCHER SCHACHBUND