Inhaltsverzeichnis
SC Nordhausen und Varvara Anisheva
SC Nordhausen lud in seine Vereinsräume ein. Der Klub verfügt über eine weibliche Trainerin. Varvara Anisheva arbeitet in Schulen und betreibt aktive Jugendarbeit im Verein.
Teilnehmende aus 3 Ländern waren vor Ort:
- Brandenburg
- Sachsen
- Thüringen
In der Feedbackrunde äußerte eine Teilnehmerin, sie habe sich gefragt, wie man einen ganzen Tag mit diesem Thema füllen könne. Am Ende reichte die Zeit kaum aus. Diskutiert wurden mehrere Kernfragen. Warum spielen vergleichsweise wenige Frauen organisiert Schach. Weshalb hören viele früh auf. Warum kehren zahlreiche Männer im Erwachsenenalter zurück, aber nur wenige Frauen. Beispiele für internationale Frauenwettbewerbe finden sich etwa beim Damen Grand Prix 2024 25.
Deutscher Schachbund und DWZ-Daten
Der Deutsche Schachbund stellte Mitgliederdaten zur Verfügung. Grundlage waren Fragebögen der Projektgruppe. Befragt wurden aktive Spielerinnen, ehemalige Spielerinnen, Eltern und Funktionäre. Ergänzt wurde dies durch statistische Erhebungen.
Die Auswertung ergab, dass im männlichen Bereich rund 75 Prozent der Mitglieder über eine DWZ verfügen, im weiblichen Bereich jedoch nur 52 Prozent. In beiden Gruppen stieg in den letzten 10 Jahren der Anteil ohne DWZ deutlich. Die Angebote der Vereine orientieren sich überwiegend am Turnierschach. Ob damit alle erreicht werden, wurde kritisch hinterfragt.
Einigkeit bestand darüber, dass es genügend Leistungsangebote gibt. Es fehlen jedoch breitensportliche Formate. Als Beispiel wurde der SV Hellas Nauen genannt. Dieser organisiert Schachspaßtagen nur für Mädchen. Ziel ist der Zusammenhalt über Altersgrenzen hinweg. Weitere Impulse zur Förderung liefert mehr hier.
DSJ-Projekt und Referentinnen
Die Deutsche Schachjugend begleitet das Projekt gemeinsam mit dem DSB. Bei der Befragung der amtierenden Mädchen- und Frauenreferentinnen zeigten sich wiederkehrende Probleme.
- zu geringe Finanzmittel
- fehlende Einarbeitung ins Amt
- wenig Wissen über Aufgaben und Möglichkeiten
- geringes Interesse anderer Funktionsträger
Mehrere Teilnehmerinnen bestätigten, dass diese Hindernisse in der Praxis bestehen. Wer mehr Mädchen und Frauen gewinnen will, müsse die eigenen Strukturen stärken. Dazu zählen Unterstützung der Referentinnen und die Bereitstellung von Mitteln.
Ein weiterer Wunsch war der Aufbau stabiler Netzwerke. Die Regionalkonferenzen gelten als erster Schritt. Weitere Vernetzung ist geplant.
Die bundesweite Abschlusskonferenz findet vom 16. bis 18. Juli beim Schachgipfel in Dresden statt. Dort sollen die Ergebnisse gebündelt und weitergeführt werden.
FAQ
Was war das Ziel der Regionalkonferenz Ost in Nordhausen?
Ziel war die sachliche Analyse der Situation im Frauen- und Mädchenschach sowie die Diskussion konkreter Maßnahmen zur stärkeren Teilhabe von Mädchen und Frauen in Vereinen.
Welche Bundesländer waren bei der Konferenz vertreten?
An der dritten Regionalkonferenz Ost nahmen Teilnehmende aus Brandenburg, Sachsen und Thüringen teil.
Welche statistischen Ergebnisse wurden vorgestellt?
Die Auswertung der Mitgliederdaten zeigte, dass rund 75 Prozent der männlichen Mitglieder über eine DWZ verfügen, im weiblichen Bereich jedoch nur 52 Prozent. Zudem ist der Anteil von Mitgliedern ohne DWZ in den letzten 10 Jahren gestiegen.
Welche Hauptprobleme nannten die Mädchen- und Frauenreferentinnen?
Genannt wurden zu geringe Finanzmittel, fehlende Einarbeitung in das Amt, unzureichendes Wissen über Aufgabenbereiche sowie geringes Interesse anderer Funktionsträger an der Förderung von Mädchen und Frauen.
Wann findet die bundesweite Abschlusskonferenz statt?
Die bundesweite Abschlusskonferenz wird vom 16. bis 18. Juli beim Schachgipfel in Dresden veranstaltet.
Quelle: DEUTSCHER SCHACHBUND, MILEKCORP