Dienstag, 11 November 2025 13:47

Amin Tabatabaei jagt in Berlin nach neuem Erfolg

Amin Tabatabaei bereitet sich im Olympiastadion auf das U25-Open vor. Amin Tabatabaei bereitet sich im Olympiastadion auf das U25-Open vor. Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Der iranische Großmeister Seyyed Mohammad Amin Tabatabaei hat sich für das U25-Open im Schnell- und Blitzschach im Berliner Olympiastadion angemeldet. Das Turnier wird vom Verein Königsjäger Süd-West in Zusammenarbeit mit dem Berliner Schachverband und dem Deutschen Schachbund organisiert. Vom Freitag bis Sonntag kämpfen dort rund 180 Teilnehmer um Preisgelder und Titel. Tabatabaei, der erst vor wenigen Tagen die Offenen Internationalen Bayerischen Meisterschaften am Tegernsee gewonnen hat, gilt als klarer Favorit.

Inhaltsverzeichnis:

Sieg am Tegernsee stärkt Tabatabaeis Position

Der 24-Jährige konnte mit einer Elo-Zahl von 2681 seine starke Form unter Beweis stellen. Sein Erfolg am Tegernsee brachte ihn auf Platz 33 der Weltrangliste. Mit einem Punkt Vorsprung gewann Tabatabaei das Turnier souverän. Unter den zehn besten Spielern befanden sich ausschließlich Großmeister. Luis Engel führte die Verfolgergruppe an, gefolgt von Szymon Gumularz. Leonardo Costa belegte den zehnten Platz.

Bei den Frauen setzte sich WGM Liya Kurmangalieva aus Kasachstan mit 6,5 Punkten durch. Sie erreichte ihre zweite IM-Norm. In der Kategorie U2400 siegte FM John Heinrich vom SV Lengefeld, der durch seine starke Leistung ebenfalls eine IM-Norm erzielte. Den Ü60-Preis übergab Turnierleiter GM Sebastian Siebrecht an Martin Forchert.

Ein Rückblick auf ähnliche internationale Ereignisse, wie etwa den Cairns Cup 2024, zeigt, wie stark die Leistungsdichte im Weltschach aktuell ist.

Diskussionen um politische Vorfälle

Tabatabaei war in der Schachszene schon mehrfach Thema politischer Debatten. Er trat bei zwei Turnieren nicht gegen israelische Spieler an. Im März befasste sich die Ethik- und Disziplinarkommission der FIDE mit den Fällen Tabatabaei und Aghiad Mero. Die Kommission sprach Tabatabaei frei, während Mero wegen Boykotts verwarnt wurde.

Der Iraner hatte bei der Rapid-Team-Weltmeisterschaft 2024 in Astana kurzfristig seine Teilnahme abgesagt, als das Match gegen den israelischen Klub Ashdod anstand. Er legte ein ärztliches Attest vor, doch viele Beobachter äußerten Zweifel. Der Deutsche Schachbund betonte seine klare Haltung zur Situation. Eine Übersicht zu weiteren FIDE-Entscheidungen findet sich im Artikel über die Rapid- und Blitz-Mannschaftsweltmeisterschaft in Astana.

Großmeister und Nachwuchs im Olympiastadion

Turnierleiter Jonathan Born freute sich über den prominenten Teilnehmer: „Unser erster 2600plus-Spieler.“ Das Turnier ist mit über 180 gemeldeten Spielern stark besetzt. Neben Tabatabaei nehmen zahlreiche junge Talente aus ganz Deutschland teil. Die Veranstaltung zeigt das wachsende Interesse am schnellen Schachformat.

Parallel dazu findet im Olympiastadion auch die 2. Deutsche 960-Meisterschaft statt. Unter den angemeldeten Großmeistern sind Daniel Fridman, Leon Mons und Robert Rabiega. Noch sind Plätze frei, die Anmeldung erfolgt über den Berliner Schachverband. Mehr zur deutschen Schachszene und aktuellen Turnieren gibt es hier.

Ausblick auf das U25-Open in Berlin

Tabatabaei startet als klarer Favorit ins Berliner Turnier. Mit seiner aktuellen Form und seinem Ehrgeiz zählt er zu den interessantesten Spielern seiner Generation. Ob er seine Siegesserie vom Tegernsee fortsetzen kann, wird sich in wenigen Tagen zeigen. Die vollständigen Teilnehmerlisten und Zeitpläne sind unter u25chess.com abrufbar.

Berlin dürfte damit erneut zum Zentrum des Schachs werden – ähnlich wie beim Weltturnier in Dortmund, das jüngst internationale Aufmerksamkeit auf sich zog.

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Quelle: DEUTSCHER SCHACHBUND